Vita

Foto: Sebastian Faust

Vor und während seines Regiestudiums an der Hochschule für Musik «Hanns Eisler» Berlin war Alvaro Schoeck (*1975) als Regieassistent an mehreren Theatern tätig, zum Beispiel an der Staatsoper Stuttgart, am Staatstheater Mainz und am Luzerner Theater, wo er 1999 auch seine erste Inszenierung Das Herz eines Boxers realisieren durfte. Seither arbeitet er als freier Regisseur, sowohl für Musiktheater als auch für Sprech- und Puppentheater. Zu seinen Stationen gehören die Bayreuther Festspiele (Der fliegende Holländer für Kinder), das Aalto Theater Essen (L’amant anonyme oder Unerwartete Wendungen), sowie das Puppentheater Gera (Kleists Kohlhaas). Er inszenierte unter anderem Die schwarze Spinne am Theater Naumburg, Death in Venice am Pfalztheater Kaiserslautern und Das Land des Lächelns am Theater Biel Solothurn.

Eine besondere Faszination übten auf ihn schon immer Projekte aus, bei denen unterschiedliche Theaterformen kombiniert werden, so etwa bei einem Carmen-Projekt am Theater Rampe in Stuttgart, bei einer Schauspielfassung von Paul Linckes Frau Luna am Theater Ansbach, bei der die Spieler*innen zugleich die Instrumentalbegleitung der Songs übernahmen, oder bei der Dreigroschenoper für das Puppentheater Magdeburg.

Ein persönlicher Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit ist die Vermittlungsarbeit, insbesondere im Musiktheaterbereich. Neben der Inszenierung mehrerer Kinder- und Jugendopern engagierte er sich beim Musiktheatervermittlungsprojekt Catching Fire – Haendel on the Road in Serbien und hatte die künstlerische Gesamtleitung der Nordstadtoper, eines interdisziplinären, partizipativen Projekts der Oper Dortmund im öffentlichen Raum, inne.

Als Erstgeborener einer siebenköpfigen Erbengemeinschaft, die seit 2007 die Verantwortung für das Geburtshaus des Schweizer Komponisten Othmar Schoeck trägt, initiierte Alvaro Schoeck 2014 das Othmar Schoeck Festival in Brunnen. Ziel der Veranstaltungen ist neben der Pflege des kompositorischen Werks seines Grossonkels – und der Wiederbelebung der «Villa Schoeck» – eine umfassende kritische Aufarbeitung von Othmar Schoecks Biografie, insbesondere der 1930er und 40er Jahre.

In den letzten Jahren trat Alvaro Schoeck auch zweimal als Filmregisseur in Erscheinung, einmal beim experimentellen Musikfilm Sounds of Dortmund, einem Corona-Projekt der Oper Dortmund. Gemeinsam mit seiner Partnerin, der Filmemacherin Charlotte Waltert, entwickelte er den mehrfach preisgekrönten Animationsfilm Die graue March/Greylands, der 2023 am Animafest Zagreb Premiere feierte und weltweit auf über 50 Festivals gezeigt wurde.

Kontakt